{"id":1570,"date":"2025-10-05T09:55:23","date_gmt":"2025-10-05T07:55:23","guid":{"rendered":"https:\/\/gruene-brandenburg.de\/?p=1570"},"modified":"2025-10-05T09:55:23","modified_gmt":"2025-10-05T07:55:23","slug":"wasser-ist-ein-oeffentliches-gut-geplante-entnahmen-in-baruth-in-ganz-anderer-dimension-als-bei-tesla-landtag-muss-transparenz-schaffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wordpress02.gcms.verdigado.net\/gruene-brandenburg\/wasser-ist-ein-oeffentliches-gut-geplante-entnahmen-in-baruth-in-ganz-anderer-dimension-als-bei-tesla-landtag-muss-transparenz-schaffen\/","title":{"rendered":"Wasser ist ein \u00f6ffentliches Gut: Geplante Entnahmen in Baruth in ganz anderer Dimension als bei Tesla \u2013 Landtag muss Transparenz schaffen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die geplante Erh\u00f6hung der industriellen Wasserentnahme durch Red Bull und seine Tochterfirmen in Baruth sorgt seit Monaten f\u00fcr Proteste. In der Region s\u00fcdlich von Berlin geht es um ein Vielfaches dessen, wor\u00fcber in den vergangenen Jahren bei der Debatte um Tesla in Gr\u00fcnheide gestritten wurde. Von den 2,55 Millionen Kubikmetern Grundwasser, die die Stadt Baruth j\u00e4hrlich f\u00f6rdern darf, sollen rund 2,35 Millionen (92 %) Kubikmeter in die industrielle Getr\u00e4nkeproduktion fliessen \u2013 nur 204.000 (8%) Kubikmeter bleiben damit f\u00fcr die regionale Trinkwasserversorgung. Brandenburg ist schon jetzt eines der trockensten Bundesl\u00e4nder, die Grundwasserspiegel sinken seit Jahrzehnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dr. Andrea L\u00fcbcke und die Europaabgeordnete Jutta Paulus trafen zahlreiche engagierte B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger sowie Vertreterinnen von Umweltinitiativen, wie dem Ressourcen-B\u00fcndnis Baruth in der Region. Viele schilderten ihre Besorgnis \u00fcber die m\u00f6glichen Auswirkungen auf Natur, Landwirtschaft und die langfristige Versorgungssicherheit. Anwohner berichteten, dass schon heute ihre Brunnen versiegen. Trotz der weitreichenden Eingriffe in die Wasserhaushalte gibt es bislang kaum \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliche Informationen \u00fcber genehmigte Entnahmemengen und \u00f6kologische Folgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDer Landtag muss sich mit der Thematik befassen, weil die Auswirkungen gro\u00dfindustrieller Wasserentnahmen weit \u00fcber die kommunale Ebene hinausreichen. Es geht um den Schutz eines existenziellen \u00f6ffentlichen Gutes, um landesweite \u00f6kologische Folgen und um die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung k\u00fcnftiger Generationen. Eine umfassende parlamentarische Aufarbeitung ist daher dringend geboten\u201c, fordert Dr. Andrea L\u00fcbcke, Landesvorsitzende der Brandenburger B\u00fcndnisgr\u00fcnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da die Brandenburger B\u00fcndnisgr\u00fcnen derzeit nicht im Landtag vertreten sind, richtet sich der Appell an die anderen Fraktionen: \u201eSie m\u00fcssen sich den Belangen der Umwelt und der Bev\u00f6lkerung annehmen. Das Mindeste w\u00e4re, eine \u00f6ffentliche Anh\u00f6rung aller Beteiligten im zust\u00e4ndigen Ausschuss einzuberufen, um die Diskussion zu versachlichen und die Grundlagen politischer Entscheidungen transparent zu machen. Ohne ausreichend Trinkwasser wird es auch mit der Wirtschaft in der Region schwierig\u201c, mahnt L\u00fcbcke. \u201eDie Fraktionen d\u00fcrfen beim Thema Umwelt und Wasser nicht auf dem Auge blind sein: Erst recht, wenn das zugrunde liegende Gutachten fast 20 Jahre alt ist. Bevor nicht ein neues, unabh\u00e4ngiges Gutachten vorliegt &#8211; da sich klimawandelbedingt die Grundwasserneubildung ver\u00e4ndert &#8211; d\u00fcrfen keine weiteren Fakten geschaffen werden \u2013 weder durch zus\u00e4tzliche Entnahmen noch durch den Ausbau der Produktionsanlagen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie wichtig die \u00f6ffentliche Debatte ist, zeigt das Beispiel Tesla in Gr\u00fcnheide: Das Unternehmen darf bis zu rund 1,8 Millionen Kubikmeter Grundwasser pro Jahr entnehmen, nutzt aber derzeit deutlich weniger \u2013 zuletzt etwa 450.000 Kubikmeter. Auch die anhaltenden Proteste von B\u00fcrgerinitiativen und Umweltverb\u00e4nden waren hier bedeutsam: Sie haben den Wasserverbrauch ins \u00f6ffentliche Bewusstsein ger\u00fcckt, rechtliche Pr\u00fcfungen angesto\u00dfen und dazu beigetragen, dass strengere Auflagen erlassen und Recyclingma\u00dfnahmen ausgebaut wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidungen \u00fcber Wasserrechte und Genehmigungen werden von Wasserbeh\u00f6rden und den Kommunen getroffen. Zwar hat das Land Brandenburg nur begrenzte direkte Eingriffsm\u00f6glichkeiten, doch es liegt in seiner Verantwortung, Transparenz, Beteiligung und \u00f6ffentliche Kontrolle einzufordern, so L\u00fcbcke. Die Red Bull GmbH ist nicht b\u00f6rsennotiert, sondern komplett privat. 51 % geh\u00f6ren der thail\u00e4ndischen Gr\u00fcnderfamilie Yoovidhya, 49 % h\u00e4lt Mark Mateschitz, Sohn des \u00f6sterreichischen Mitgr\u00fcnders. Das Unternehmen ver\u00f6ffentlicht daher nur grobe Finanzzahlen. \u201eDabei geht es auch um Gerechtigkeit in der Wasserverteilung: In Zeiten sinkender Grundwasserst\u00e4nde darf die Versorgung von Bev\u00f6lkerung und Landwirtschaft nicht nachrangig gegen\u00fcber den Interessen einzelner Konzerne behandelt werden. Wasser ist keine beliebig verf\u00fcgbare Ressource \u2013 es muss fair, nachhaltig und mit Blick auf die kommenden Generationen verteilt werden\u201c, so die Physikerin L\u00fcbcke.<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die geplante Erh\u00f6hung der industriellen Wasserentnahme durch Red Bull und seine Tochterfirmen in Baruth sorgt seit Monaten f\u00fcr Proteste. In der Region s\u00fcdlich von Berlin geht es um ein Vielfaches [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":-1,"featured_media":1571,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[10],"class_list":["post-1570","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-pressemitteilung","tag-umwelt-und-naturschutz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wordpress02.gcms.verdigado.net\/gruene-brandenburg\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1570","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wordpress02.gcms.verdigado.net\/gruene-brandenburg\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wordpress02.gcms.verdigado.net\/gruene-brandenburg\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wordpress02.gcms.verdigado.net\/gruene-brandenburg\/wp-json\/wp\/v2\/users\/678"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wordpress02.gcms.verdigado.net\/gruene-brandenburg\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1570"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/wordpress02.gcms.verdigado.net\/gruene-brandenburg\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1570\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1572,"href":"https:\/\/wordpress02.gcms.verdigado.net\/gruene-brandenburg\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1570\/revisions\/1572"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wordpress02.gcms.verdigado.net\/gruene-brandenburg\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1571"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wordpress02.gcms.verdigado.net\/gruene-brandenburg\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1570"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wordpress02.gcms.verdigado.net\/gruene-brandenburg\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1570"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wordpress02.gcms.verdigado.net\/gruene-brandenburg\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1570"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}