Leserbrief zu „Kritik an Solarprojekt in Malente“ vom 9.7.2026
Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist notwendig. Gerade deshalb müssen Solarparks auf fachlich geeigneten Flächen und in transparenten Verfahren geplant werden.
Doch genau daran bestehen beim geplanten Standort in Nüchel erhebliche Zweifel. Bereits eine von der Gemeinde selbst beauftragte Potenzialanalyse empfahl 2023 die wohnungsnahen Flächen nicht als geeigneten Standort. Zudem hat die Untere Naturschutzbehörde für das Gesamtgebiet erhebliche Bedenken geäußert und die Flächen aus naturschutzfachlicher Sicht als ungeeignet eingestuft.

Auch das Land Schleswig-Holstein legt in seinem Erlass vom September 2024 großen Wert auf eine sorgfältige Standortwahl. Ziel ist es, Konflikte möglichst zu vermeiden, Natur und Landschaft zu schützen und Fachbehörden sowie Betroffene frühzeitig einzubeziehen. (vgl. Grundsätze zur Planung von großflächigen Solar-Freiflächenanlagen im Außenbereich / gemeinsamer Erlass mehrerer Ministerien des Landes vom 9. September 2024).
Umso weniger ist nachvollziehbar, weshalb nun ausgerechnet Standorte weiterverfolgt werden, die unmittelbar an Wohnhäuser grenzen und Konflikte erwarten lassen – etwa durch mögliche Wärmeentwicklung, das Landschaftsbild oder befürchtete Wertverluste.
Die wohnungsnahen und fachlich problematischen Teilflächen sollten deshalb aus der Planung genommen werden.
Wie ernst nimmt Malente die Energiewende?
Wer die Energiewende erfolgreich gestalten will, braucht die Menschen vor Ort. Transparente Planung, nachvollziehbare Entscheidungen und ein früher Dialog schaffen Vertrauen. Werden berechtigte Einwände dagegen kaum berücksichtigt, entsteht Misstrauen – und damit genau die Skepsis gegenüber erneuerbaren Energien, die niemand möchte.
Gerade deshalb stellt sich die Frage, nach welcher Gesamtstrategie die Gemeinde beim Ausbau der Photovoltaik vorgeht. Gibt es ein nachvollziehbares Energiekonzept?
Die Gemeinde sollte zunächst selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Kommunale Dächer, Parkplätze und andere geeignete Flächen bieten noch großes Potenzial für Photovoltaik. Diese Möglichkeiten sollten zuerst konsequent genutzt werden.
Glaubwürdige Klimapolitik beginnt auf den eigenen Gebäuden und Flächen und nicht unmittelbar vor den Gärten der Bürgerinnen und Bürger.
Elke Weyersberg
Sprecherin des Ortsverbandes Malente
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN